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Neue Energieschätzformel für Schweinemischfutter

Die seit einigen Jahren stark verbesserten Leistungen in allen Zweigen der Schweineproduktion (Tageszunahmen, Tiergewichte, Milchleistung, Wurf-entwicklung) sowie neue Produktionssysteme (z.B. Gruppenhaltung von tragenden Sauen) erforderten eine Überarbeitung der Bedarfsempfehlungen für Schweine, die 2006 von der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) veröffentlicht wurden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Energiebewertung von Einzel- und Mischfuttermitteln angepasst.

Ausgehend von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde zunächst die Formel zur Berechnung der umsetzbaren Energie (ME) von Futtermitteln (Einzel- und Mischfutter) auf Basis der verdaulichen Rohnährstoffe abgeändert. Die größte Veränderung ist dabei die Abschaffung des Korrekturfaktors für die bakteriell fermentierbare Substanz (BFS). Dem Einfluss der verschiedenen Kohlenhydratfraktionen wird durch die Unterscheidung in Stärke, Zucker und organischem Rest Rechnung getragen.

Da die Bestimmung der verdaulichen Rohnährstoffe zu aufwändig wäre, wurde für die Energiebewertung eine entsprechende neue Schätzgleichung für Mischfutter auf Basis der analysierbaren Rohnährstoffe abgeleitet:

 

ME (MJ/kg TS) =

0,21503 x Rohprotein (g/kg TS)
+ 0,032497 x Rohfett (g/kg TS)
+ 0,016309 x Stärke (g/kg TS)
+ 0,014701 x organischer Rest (g/kg TS)
– 0,021071 x Rohfaser (g/kg TS)

Organischer Rest =    OS – XP – XL – XF – Stärke (jeweils in g/kg TS)

 

Diese Schätzgleichung wurde anstelle der bisher zwei Energieschätzformeln für Schweinemischfutter in die Futtermittelverordnung aufgenommen und ist seit dem 01.09.2010 verbindlich anzuwenden.

Durch die neue Energiebewertung bei den Einzelfuttermitteln sowie der neuen Energieschätzgleichung für Mischfutter ergeben sich Änderungen:

Futtermittel mit hohen Anteilen dickdarmverdaulicher Rohfaser werden nun besser bewertet, während stärke- und zuckerreiche Mischungen eher abgewertet werden. Die Proteinträger erfahren ebenfalls eine leichte Abwertung.

Durch diese Neugewichtung kann sich bei gleichbleibender Zusammensetzung der Schweinemischfutter ein Rückgang des errechneten Energiegehaltes um 0,1 bis 0,2 MJ ME je kg Futtermittel ergeben. Andererseits können bei gleichem Energiegehalt die Anteile an rohfaserreichen Einzelkomponenten in den Schweinefuttern nach den neuen Formeln ansteigen. Raps kann z.B. aufgrund seines höheren Rohfasergehaltes in protein- und energiereichen Futtern bevorzugt werden.

In den Muskator-Schweinefuttern wurden die neuen Bedarfsempfehlungen für Energie sowie die Umstellung auf die neuen Energieformeln umgesetzt. Durch die Anpassung erwarten wir bessere Leistungen beim Einsatz der S.win- und Porko-Futtertypen. Somit hat sich für die Kunden keine Änderung in der Einstufung der ME-Gehalte ihrer Typen ergeben.

 

 

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